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Die Marktrolle ESA und die Preisgestaltung bei der Bereitstellung von Messwerten des MSB

Die Marktrolle ESA und die Preisgestaltung bei der Bereitstellung von Messwerten des MSB

Kategorie: SAP IS-U

Worum geht es?

Die Bundesnetzagentur hat am 21.12.2020 in einem Festlegungsverfahren neue Vorgaben zur Marktkommunikation veröffentlicht, welche zum 01.10.2022 geltend sind. Die Änderungen beinhalten unteranderem auch die EinfĂŒhrung einer neuen Marktrolle, der sogenannte Energieserviceanbieter (ESA).

Dieser kann mit Einwilligung des Anschlussnehmers zukĂŒnftig Messwerte beim Messstellenbetreiber (MSB) anfragen. Im Fokus stehen in erster Linie die Übermittlung von ZĂ€hlerstandsgĂ€ngen (TAF 7) und von hochfrequentierten Messwerten fĂŒr Mehrwertdienste (TAF 14).

Die Bereitstellung und Übermittlung der Werte fallen unter die Mehrwertdienste im Sinne des §35 Abs. 2 Nr. 4 des MsbG und können demnach sowohl grundzustĂ€ndigen als auch wettbewerblichen Messstellenbetreibern zusĂ€tzliche Erlöse sichern. Demnach ist es wichtig als MSB die Preisgestaltung rund um die Messwertbereitstellung fĂŒr ESA zu betrachten.

Welche Kostenfaktoren mĂŒssen beachtet werden?

Um sich der Preisgestaltung fĂŒr die Messwertbereitstellung zu nĂ€hern, sind unterschiedliche Kostenfaktoren aus Sicht des MSB zu beachten.

Einerseits ist es wichtig, dass die eigenen MSB-internen Prozesse – von der Anfrage ĂŒber die Bestellung und der Übermittlung von Werten – marktkommunikativ umgesetzt werden mĂŒssen. Die IT-Umsetzung dieser prozesstechnischen Anpassungen sind sowohl mit personellen AufwĂ€nden als auch mit Kosten fĂŒr die IT-Umsetzung verbunden, welche in der Preisgestaltung fĂŒr die Energieserviceanbieter beachtet werden mĂŒssen. Zudem sind Anpassungen an den Prozessen des Datenaustausches, des Energiedatenmanagements und der Abrechnung erforderlich, welche weitere Kosten fĂŒr den MSB verursachen.

Des Weiteren mĂŒssen mögliche, anfallende AufwĂ€nde fĂŒr die GerĂ€teparametrierung, d.h. fĂŒr Konfiguration des TAF 7 oder TAF 14 auf dem Smart-Meter Gateway beachtet werden.

Neben den Anpassungen in der bestehenden IT-Infrastruktur sowie der GerĂ€teparametrierung sollten die Kosten fĂŒr die DatenĂŒbermittlung der Messwerte an den ESA in die Preisgestaltung mit einbezogen werden. Dabei ist zu beachten, dass der ESA die Werte, abhĂ€ngig von der Art der Übermittlung von Werten durch den MSB, entweder aus dem Back-End per EDIFACT oder direkt aus dem intelligenten Messsystem per XML erhalten kann. Hierbei sind also teilweise Kosten fĂŒr den Mobilfunk bei der Preisgestaltung mit einzuberechnen. Auch ist hier die HĂ€ufigkeit der notwendigen DatenĂŒbermittlung zum Energieserviceanbieter zu beachten.

Wie finden wir das?

Wir von m2g sind der Meinung, dass die EinfĂŒhrung der neuen Marktrolle einen enormen Schub hinsichtlich Mehrwertangebote durch intelligente Messsysteme bieten kann. Die Marktrolle ESA könnte die Umsetzung von GeschĂ€ftsmodellen rund um digitale Energiedienstleistungen mit intelligenten Messsystemen beschleunigen. Allerdings stehen und fallen die GeschĂ€ftsmodelle der Energieserviceanbieter mit den möglichen Preisen, welche die MSB fĂŒr die Messdatenbereitstellung angeben. Auch bietet die neue Marktrolle fĂŒr MSB, die Möglichkeit die Erlöse, außerhalb der Preisobergrenze, rund um den Rollout von intelligenten Messsystemen zu erhöhen. Es ist also wichtig, sich als Messstellenbetreiber frĂŒhzeitig um die Preisgestaltung zur Messwertbereitstellung und um einen prozessualen, einheitlichen Umgang mit Anfragen von Energieserviceanbietern zu kĂŒmmern. Haben sich hierdurch also Fragen rund um die Marktrolle ESA ergeben, kontaktieren Sie gerne unsere Ansprechpartnerin Isabel Gernert. ()

Bildquelle: (c) Pixabay